Jean-Claude Casadesus (* 7. Dezember 1935 in Paris) ist ein französischer Dirigent.
Der Sohn der Schauspielerin Gisèle Casadesus und Großneffe des Pianisten
Robert Casadesus studierte bis 1958 am Conservatoire de Paris Schlagzeug. Er komponierte Film- und Schauspielmusiken und erlernte das Dirigieren bei
Pierre Dervaux und
Pierre Boulez. 1969 wurde er Dirigent der Opéra National de Paris und der Opéra-Comique. 1971 gründete der mit Pierre Dervaux das Orchestre Philharmonique des Pays de la Loire, dessen Direktor er bis 1976 war.
Danach gründete er das Orchestre National de Lille, mit dem er seither zusammenarbeitet und jährlich mehr als einhundert Konzerte weltweit gibt. Daneben wirkt er als Gastdirigent der großen Sinfonieorchester und der bedeutenden Opernhäuser Europas.
Mit dem Orchestre National de Lille spielte er mehr als zwanzig Aufnahmen ein (u.a.
Gustav Mahlers Rückertlieder und Kindertotenlieder sowie die erste, zweite, vierte und fünfte Sinfonie,
Pelléas et Mélisande von
Claude Debussy und
Clovis et Clotilde von
Georges Bizet).
Er verfasste die Autobiographie
Le plus court chemin d’un cœur à un autre. Seine Tochter Caroline Casadesus ist Sängerin, sein Sohn Olivier Casadesus Schauspieler.